31. März 2026 | Aktuelles
FIT & FRISCH MIT CLARA KOPPPENBURG
Zwischen Staub, Stein und Schmerz – Mein Tag auf der Paris-Roubaix Strecke
Am vergangenen Wochenende stand wieder eines der faszinierendsten und härtesten Rennen im Radsport auf dem Programm: Paris-Roubaix. Ein Monument, das für viele nicht nur ein Rennen ist, sondern ein Mythos. Wer am Ende gewinnt, wird zu Recht gefeiert – doch schon das Ankommen ist hier eine Leistung, die kaum in Worte zu fassen ist.
Ich durfte dieses Jahr einen ganz besonderen Einblick bekommen. Anfang März war ich gemeinsam mit Max Walscheid (Lidl Trek) und dem Team von ARD auf Teilen der Strecke unterwegs. Wir haben einige der berüchtigten Kopfsteinpflaster-Sektoren besichtigt – und sind sie auch gefahren. Mehrmals. Mit Vollspeed. Und ich kann sagen: Was ich dort erlebt habe, hat meinen Blick auf dieses Rennen komplett verändert.

Ein Rennen, das ich selbst nie fahren wollte
Paris-Roubaix ist übrigens das einzige große Monument in meiner Karriere, dass ich nie selbst bestritten habe. Und das ganz bewusst.
Kopfsteinpflaster war nie mein Ding. Ich habe es nie geschafft, meine Leistung dort richtig auf die Pedale zu bringen. Dieses ständige Springen, die Unruhe im Rad – ich habe einfach keinen Rhythmus gefunden. Dazu kam immer auch ein gewisser Respekt, vielleicht sogar Angst vor Stürzen.
Es hat mich schlicht nie gereizt. Und auch nach diesem Dreh kann ich ehrlich sagen: Ich möchte dieses Rennen immer noch nicht fahren. Aber – und das ist das Spannende – meine Sicht darauf hat sich komplett verändert.
Ein paar Fakten – und warum dieses Rennen so besonders ist
Paris-Roubaix wird nicht umsonst „Die Hölle des Nordens“ genannt. Die Zahlen allein sind beeindruckend:
- Männer: rund 258 Kilometer, davon etwa 55 Kilometer Kopfsteinpflaster verteilt auf 30 Sektoren
- Frauen: etwa 148,5 Kilometer mit rund 33 Kilometer Pavé
Diese Sektoren sind nicht einfach nur Straßen – sie werden nach Schwierigkeit bewertet (bis zu fünf Sterne) und sind teilweise über 100 Jahre alt.
Zu den entscheidenden Schlüsselstellen gehören:
- Trouée d’Arenberg
- Mons-en-Pévèle
- Carrefour de l’Arbre
Spätestens hier entscheidet sich meist das Rennen.
Der Wald von Arenberg – warum dieser Sektor alles verändert
Ich bin selbst durch den legendären Wald von Arenberg gefahren. Und jetzt verstehe ich, warum alle sagen: Es gibt ein Rennen vor und ein Rennen nach Arenberg.
Dieser Abschnitt ist etwa 2,3 Kilometer lang, schnurgerade, eng und brutal uneben. Die Steine stammen teilweise noch aus dem 18. Jahrhundert und sind durch den Bergbau darunter abgesackt – genau das macht sie so unberechenbar und einen der gefährlichsten Sektoren überhaupt.
Man fährt mit hoher Geschwindigkeit in einen dunklen Wald hinein, links und rechts Bäume, kaum Platz, keine Ausweichlinie.
Und dann beginnt es. Das Rad schlägt. Es gibt keinen Rhythmus. Keine Erholung.
Kopfsteinpflaster – anders, als man es sich vorstellt
Viele kennen Kopfsteinpflaster aus der Stadt. Ein bisschen holprig vielleicht, aber irgendwie machbar. Was bei Paris-Roubaix auf einen wartet, ist etwas völlig anderes.
Die Steine sind uneben, teilweise lose, dazwischen tiefe Furchen, Staub oder – je nach Wetter – Matsch. Es gibt keine „gute Linie“, keinen Rhythmus. Das Rad springt, rutscht, schlägt zurück.
Ich war mit dem Gravelbike unterwegs – also eigentlich perfekt ausgerüstet für solche Bedingungen: breite Reifen, mehr Komfort, mehr Kontrolle. Ich bin mit gerade einmal 1,7 bar Luftdruck gefahren, um möglichst viel Grip und Dämpfung zu haben.
Und trotzdem: Es hat mich komplett an meine Grenzen gebracht.

Der Körper am Limit – nach wenigen Kilometern
Schon nach den ersten Passagen habe ich gemerkt, wie extrem diese Belastung ist. Nicht nur die Beine arbeiten – der ganze Körper ist im Dauereinsatz.
Nach vielleicht zehn Kilometern auf dem Pavé:
- Jeder Muskel hat gebrannt
- Meine Arme haben gezittert
- Der Kopf hat regelrecht gedröhnt
- Meine Sicht wurde unscharf, weil alles so stark vibriert, hat
Man verliert nicht nur die Kontrolle über das Rad – man kämpft auch darum, den eigenen Körper unter Kontrolle zu halten.
Und genau da wird einem erst bewusst, was die Profis leisten. Ich bin an diesem Tag vielleicht zehn Kilometer auf Kopfsteinpflaster gefahren – und war danach komplett durch. Die Profis? Sie fahren rund 250 Kilometer insgesamt. Davon etwa 50 Kilometer auf genau diesen Sektoren. Und das nicht locker im Trainingstempo – sondern im absoluten Renntempo, Schulter an Schulter, im Kampf um Positionen, bei Stürzen, Defekten, Chaos.
Als ich danach mit Max gesprochen habe, wurde nochmal klar, was dieses Rennen mental bedeutet.
«Du bist ständig am Limit – körperlich und im Kopf. Du weißt: Jeder Fehler kann das Aus bedeuten.
Jeder Sektor kann alles verändern. Und es wird nicht leichter – egal, wie weit du schon gefahren bist. Trotzdem gibt es auch diese besondere Faszination. Dieses Gefühl, Teil von etwas Großem zu sein. Ein Rennen, das Geschichte verkörpert.»
Ein neuer Blick – und echte Emotionen im Ziel
Früher habe ich die Bilder aus dem Ziel gesehen und ehrlich gesagt manchmal gedacht: Das gehört einfach dazu. Fahrerinnen und Fahrer, die auf der Bahn sitzen, ins Leere schauen, völlig erschöpft.
Heute weiß ich: Das ist keine Show.
Nach dem, was ich selbst erlebt habe, kann ich erahnen, was in diesem Moment passiert. Wenn alles abfällt – die Anspannung, der Schmerz, die Konzentration. Man sitzt einfach da, braucht Zeit, um zu realisieren, was man gerade geleistet hat.
Ich bin mir sicher: Wer dieses Rennen beendet, hat etwas Außergewöhnliches geschafft – egal ob Mann oder Frau.
Und genau deshalb sehe ich Paris-Roubaix heute anders. Ich weiß, dass ich dieses Rennen nie fahren möchte. Aber ich habe größten Respekt vor allen, die es tun. Denn hinter diesen Bildern steckt so viel mehr, als man von außen erkennen kann.
Noch mehr Einblicke
Wer einen noch tieferen Eindruck von diesem besonderen Tag und den Erlebnissen auf der Strecke bekommen möchte: Die komplette Folge gibt es in der ARD Mediathek zu sehen.
Wow, du hast Nudeln selbst gemacht?!
Mit diesem Rezept beeindruckst du jeden Gast – und das Beste: Es ist super einfach und blitzschnell zubereitet. Alles, was du brauchst, sind ein paar Grundzutaten, saisonaler Bärlauch und… eine Schere! Ja, richtig gehört: Keine Nudelmaschine, kein mühseliges Ausrollen. Und das Ergebnis? Köstlich! Der feine, frische Geschmack von Bärlauch macht diese Scherennudeln zu etwas ganz Besonderem.

Zutaten (für 2 Personen)
- 230 g Weizenmehl (Typ 550)
- 100 ml Wasser
- 1/2 TL Salz
- 20g frischer Bärlauch, fein gehackt
- 2–2,5 TL Olivenöl
Zubereitung
Tipp: Kurz in der Pfanne mit etwas Bärlauchbutter anbraten – noch aromatischer!
Mehl, Wasser, Salz, Bärlauch und Olivenöl zu einem glatten Teig verkneten. Zugedeckt 30 Minuten ruhen lassen. Teig kurz durchkneten. Mit einer Schere in kleine, leicht längliche Stücke schneiden, die irgendwo zwischen Spätzle, Gnocchi und Schupfnudeln liegen – also nicht zu dünn, nicht zu dick, schön unregelmäßig für einen rustikalen Look.
In kochendem Salzwasser ca. 6 Minuten garen, anschliessend abgießen, mit Soße oder Gemüse servieren.





