25. August 2026 | Aktuelles, Fit & Frisch
FIT UND FRISCH MIT CLARA KOPPENBURG
EINE WOCHE TOUR DE FRANCE FEMMES – ZWISCHEN GÄNSEHAUT, MIKROFON UND ERINNERUNGEN
Eine Woche Tour de France Femmes. Eine Woche voller besonderer Momente, Begegnungen, Emotionen und Eindrücke, die ich wohl noch lange mitnehmen werde.
Ich durfte die gesamte Woche vor Ort sein und für das deutsche Fernsehen der ARD live kommentieren. Für mich eine völlig neue Perspektive auf ein Rennen, das mir eigentlich so vertraut ist. Jeden Morgen bin ich einen großen Teil der Strecke mit dem Rad abgefahren. Noch bevor das Rennen richtig begann, waren die ersten Fans am Straßenrand und diese besondere Spannung lag in der Luft. Später saß ich im Ziel, habe in die Gesichter und leuchtenden Augen der Fans geschaut – und kurz darauf selbst live ins Mikrofon gesprochen.
Die Stimmung war genial. Ob beim Grand Départ in der Schweiz, an der Etappe über den Mont Ventoux oder bei der Ankunft in Nizza – überall war spürbar, welchen Stellenwert der Frauenradsport inzwischen erreicht hat. Auch sportlich war diese Tour spektakulär. Das Rennen wurde unglaublich schnell und offensiv gefahren, die Spannung hielt bis zur letzten Sekunde. Gänsehaut.
Besonders beeindruckt hat mich die Entwicklung des Frauenradsports. Wattwerte und Geschwindigkeiten wurden erreicht, die man so bisher kaum gesehen hat. Es war ein Kampf der Allerbesten – und gleichzeitig ein weiterer Beweis dafür, wie professionell und leistungsstark der Frauenradsport geworden ist.
Für mich war diese Woche aber auch ein bisschen wehmütig. Innerhalb eines Jahres hat sich in meinem Leben sehr viel verändert. Genau diese Erfahrungen konnte ich jetzt in meine Moderation einfließen lassen. Ich bin den Fahrerinnen noch sehr nah und konnte dadurch Situationen einordnen und Dinge erzählen, die man als Zuschauer von außen vielleicht nicht mitbekommt.
Ein ganz besonderer Moment war das Zeitfahren meiner ehemaligen Teamkollegin. Ich durfte hinten im Auto sitzen und sie über den Funk durch das Rennen begleiten, ihr Zwischenzeiten geben, sie anfeuern und im richtigen Moment die richtigen Worte finden. 33 Minuten voller Adrenalin, Anspannung und Emotionen – eine ganz besondere Verbindung aus meiner Vergangenheit als Fahrerin und meiner neuen Rolle.
Gleichzeitig durfte ich einen Blick hinter die Kulissen werfen. In den vergangenen Jahren habe ich die Tour fast ausschließlich aus Sicht der Athletin erlebt. Jetzt habe ich die andere Seite gesehen: Menschen, die teilweise von sechs Uhr morgens bis Mitternacht und darüber hinaus arbeiten, damit für Fahrerinnen, Zuschauer und alle Beteiligten alles funktioniert. Organisatoren, Helfer, Sicherheitskräfte, Medien, Produktion und viele weitere Menschen sind stundenlang im Einsatz. Zu sehen, wie viele Beteiligte rund um die Uhr dafür arbeiten, dass eine solche Tour überhaupt möglich ist, hat meinen Respekt vor dem gesamten Tour-Tross noch einmal wachsen lassen.
Nach dieser Woche bin ich vor allem eines: dankbar. Für die Erfahrung, die vielen Begegnungen, die neuen Perspektiven und dafür, eine Tour de France Femmes einmal aus dieser besonderen Sicht erleben zu dürfen.
Und gleichzeitig hat mich die Leistung der Fahrerinnen unglaublich motiviert. Wenn man hautnah erlebt, auf welchem Niveau gefahren wird und wie kompromisslos die Besten um jedes Detail kämpfen, weckt das auch in mir den Ehrgeiz, noch härter zu trainieren und gezielt an meinen eigenen Schwächen zu arbeiten. Diese Tour hat mir einmal mehr gezeigt, wie viel möglich ist, wenn man bereit ist, jeden Tag an sich zu arbeiten.
Vielleicht ist genau das eine der schönsten Erkenntnisse dieser Woche: Der Frauenradsport hat mich nicht nur beeindruckt, sondern auch selbst neu angespornt.
Jetzt wartet ein ziemliches Kontrastprogramm: drei Wochen Höhentrainingslager, alleine in den Bergen. Keine Tour-Hektik, keine Menschenmassen, kein Funk, kein Mikrofon – dafür viele Höhenmeter, Ruhe und ganz viel Zeit auf dem Rad.
Die Tour war turbulent. Die Berge werden ruhig. Aber die Motivation nehme ich definitiv mit.


Rezept-Tipp:
Einfaches Knäckebrot!
Zutaten (1 Portion)
- 200 ml lauwarmes Wasser
- 1 EL geschrotete Leinsamen
- 130 g Haferflocken
- 50 g Roggenmehl
- 200 g gemischte Saaten
- (Sesam, Kürbiskerne,
- Sonnenblumenkerne,
- Leinsamen)
- 1 TL Salz
- 2 EL Olivenöl
Zubereitung
Wasser und geschrotete Leinsamen verrühren und kurz quellen lassen. Anschließend Haferflocken, Roggenmehl, Saaten, Salz und Olivenöl dazugeben und alles zu einem gleichmäßigen Teig vermischen. 15 Minuten ruhen lassen.
Den Teig anschließend sehr dünn und gleichmäßig auf einem mit Backpapier belegten Backblech verstreichen.
Bei 150 °C Ober-/Unterhitze ca. 50–60 Minuten backen. Nach etwa 15 Minuten mit einem Messer in Stücke schneiden und anschließend weiterbacken, bis das Knäckebrot vollständig trocken und knusprig ist.
Tipp: Je dünner der Teig ausgestrichen wird, desto knuspriger wird das Knäckebrot.





