LAUT GEDACHT – VON JÖRG HIEBER

GURKE IST NICHT GLEICH GURKE

Alles ist teurer geworden, so werde ich oft angesprochen. Schlimm ist, dass es stimmt. Dafür gibt es viele Gründe.

Corona, Ukraine, USA, Iran, die Straße von Hormus, Klimawandel und Dürre führen zu Ernteausfällen. Bananen-, Kakao- und Kaffeeplantagen sind Monokulturen und dadurch anfällig für Krankheiten.

Aktuell liegt die Inflationsrate bei Lebensmitteln bei ± 0 %. Ich habe mir mal Daten über Arbeitszeit, Kaufkraftverhalten besorgt für die Zeit 1950 bis 1970 zu 2020.


Hinweis: Für das Jahr 1950 existieren nur eingeschränkt belastbare Einzelstatistiken. Daher werden teilweise Vergleichswerte aus den 1960er- und 1970er-Jahren herangezogen. Quellen: Destatis, Deutsche Bauernverbände, historische Kaufkraft- und Preisstudien.

Über was ich mir sehr viele Gedanken mache …

Ist unsere Abhängigkeit.

Aus Kostengründen wird immer mehr im Ausland produziert.

Selbst bei lebenswichtigen Medikamenten sind wir nicht mehr unabhängig.

Die Sperrung der Straße von Hormus zeigt, wie schnell es zu Problemen kommen kann.

Darf es so weit auch bei Lebensmitteln, dem Mittel zum Leben, kommen?

Ich bin der festen Meinung, wir brauchen eine Grundversorgung von Lebensmitteln.

Wir haben eine leistungsfähige Landwirtschaft. Gärtnereien, Obst- und Gemüsebauern, die uns täglich mit frischen Produkten in bester Qualität beliefern.

Die Firma HIEBER arbeitet mit ca. 170 regionalen Erzeugern hervorragend zusammen.

Diese Betriebe kämpfen mit hohen Kosten, die sie nur schwer, teilweise gar nicht erwirtschaften können.

Der Mindestlohn in Spanien liegt bei 6,50 Euro, bei uns bei 14 Euro in der Stunde.

Die Medien geben dem Lebensmittelhandel die Schuld, dass die Erzeuger zu wenig für ihre Ware bekommen – nicht ganz zu Unrecht.

Leider hat das MITTEL ZUM LEBEN an Wert verloren und wird verstärkt zur Preisprofilierung eingesetzt, oft zu Lasten der Erzeuger. Auch HIEBER muss durch den harten Wettbewerb an dieser Preisspirale mitmachen.

Unsere regionalen Erzeuger und Lieferanten produzieren hervorragende Produkte, die mehr wertgeschätzt werden müssen.

Das müssen wir in unser aller Interesse bewahren und schützen. Auch einmal für ein heimisches Produkt etwas mehr bezahlen.

Viele Erzeugerfamilien leben von den Produkten – ja, ihre Existenz hängt davon ab. Dazu leisten sie noch einen großen Beitrag zur Erhaltung unserer Kulturlandschaft.

In den Inseraten unserer Mitwettbewerber, auch in unserer Werbung, steht oft nur GURKE und Preis.

Wie schwer ist die Gurke, der Salat, der Blumenkohl? Ist es Freiland, Treibhaus usw.?

Immer mehr heimische Erzeuger, auch BIO, beliefern uns während der jeweiligen Saison mit frischer Ware.

Gerade bei Salat, Gemüse, Beeren, Spargel usw. kommt es auf kurze Wege an. Je kürzer der Weg, umso frischer die Ware.

In diesem Sinne wollen wir unsere Unabhängigkeit und unsere Selbstversorgung erhalten.

Das muss uns etwas wert sein.

Ihr Jörg Hieber

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