21. Mai 2026 |

200 Kilometer im Wechsel der Gefühle

FIT & FRISCH MIT CLARA KOPPENBURG

Das Traka 200 in Girona begann für mich um 4 Uhr morgens. Zwei Stunden später stand ich mit 72 Elite-Frauen am Start eines der größten Gravelrennen Europas. 200 Kilometer, 2600 Höhenmeter, fast ausschließlich Schotter. Schon vor dem Start war klar: Das wird kein ruhiger Tag, sondern einer, der alles fordert – körperlich und mental.

Und trotzdem war da Vorfreude. Dieses Kribbeln, wenn man weiß, dass ein langer Tag auf dem Rad vor einem liegt: draußen in der Natur, auf anspruchsvollem Terrain, voller Unbekanntem. Genau dafür bin ich da.

Der Start war schnell und intensiv, doch relativ früh stellte sich ein gutes Gefühl ein. Ich fand meinen Rhythmus, ordnete mich ein und versuchte, das Rennen kontrolliert anzugehen. Und genau das hat mir über weite Strecken auch Spaß gemacht: dieses konstante Fahren, die volle Konzentration auf Linienwahl über teils steinige Passagen, das saubere Einteilen von Essen und Trinken – und das bewusste Wechselspiel zwischen Drücken, wenn es nötig war, und Sparen, wenn es ging.

Natürlich gab es auch Momente mit Zweifel. Kurze Phasen, in denen die Gedanken laut wurden: ob ich stark genug bin, ob ich das Niveau halten kann, ob es nicht einfacher wäre aufzuhören. Aber sie blieben im Hintergrund. Viel präsenter waren Kontrolle, Fokus – und vor allem die Freude am Fahren selbst.

Je länger das Rennen dauerte, desto mehr wurde es zu einem Wechselspiel aus Arbeit und Flow. Abschnitte, in denen alles leicht ging und ich mich stark gefühlt habe, wechselten sich mit Momenten ab, in denen es nur darum ging, dranzubleiben. Aber selbst die härteren Phasen hatten etwas Positives, weil sie Teil dieses gesamten Erlebnisses waren.

Etwa 30 Kilometer vor dem Ziel kam dann ein entscheidender Moment: Vor mir tauchte plötzlich eine vierköpfige Gruppe starker Fahrerinnen auf, die um Platz sechs kämpfte. In diesem Augenblick hat sich das Rennen noch einmal komplett geöffnet. Aus Müdigkeit wurde Fokus, aus Routine wurde Angriff. Ich wusste: Wenn ich da rankomme, ist noch etwas möglich. Und genau dieser Gedanke hat eine neue Energie freigesetzt – kein Druck, sondern Klarheit und Selbstvertrauen.

Das war einer der stärksten Momente des Tages: dieser plötzliche Wechsel von „durchhalten“ zu „angreifen“.

Kurz vor dem Ziel wurde ich durch einen kleinen Sturz und einen technischen Moment zurückgeworfen und verlor den Anschluss. Nach 7:12 Stunden kam ich schließlich als Zwölfte ins Ziel. Erschöpft, aber vor allem mit einem tiefen Gefühl von Stolz und Freude. Stolz darüber, das Rennen so gefahren zu sein, wie ich es mir vorgenommen hatte. Und darüber, mich immer wieder neu sortiert und trotzdem weitergemacht zu haben.

Und dann kam das, was für mich mindestens genauso wichtig ist wie das Rennen selbst: das Ankommen im Zielbereich. Bekannte Gesichter, Gespräche mit Freunden, Lachen, Austausch, gemeinsames Reflektieren über den Tag. Jeder hatte seine eigene Geschichte, seine eigenen Höhen und Tiefen. Und genau das hat alles wieder geerdet.

Ich habe einfach dagestanden, durchgeatmet und gemerkt, wie alles langsam zur Ruhe kommt.

Was bleibt, ist kein reiner Kampf und keine reine Anstrengung, sondern ein viel größeres Bild: ein Tag voller Bewegung, Freude, harter Abschnitte, Flow-Momente und dem Gefühl, sich selbst immer wieder ein Stück mehr zuzutrauen.

Graveln bedeutet für mich genau das: sich fordern, ohne den Spaß zu verlieren. Zweifel zuzulassen, aber nicht an ihnen festzuhalten. Und zu erleben, wie genau dieses Weitermachen etwas sehr Positives in einem auslöst.

Am Ende bleibt ein Gefühl von Stolz, Freude – und dem Wissen, genau dort zu sein, wo ich hingehöre.

MEIN REZEPT FÜR SIE: DATE BARK – MEIN LIEBLINGSSNACK FÜR SÜSSE MOMENTE

Wenn ich Lust auf etwas Süßes habe, aber meinem Körper gleichzeitig etwas Gutes tun möchte, ist dieser Date Bark mein absoluter Go-to Snack. Er besteht aus nur wenigen natürlichen Zutaten, ist super schnell gemacht und schmeckt wie eine Mischung aus Schokolade, Karamell und Crunch – mit einem fruchtigen Twist durch die Himbeeren.

Für ca. 8 Portionen

ZUTATEN:

  • 16 Medjool-Datteln
  • 4 EL Erdnussmus
  • 2 Handvoll frische Himbeeren
  • 2 Handvoll Erdnüsse
  • 160 g Zartbitterschokolade (mind.70% Kakaoanteil)
  • 2 Prisen Meersalz (optional)

ZUBEREITUNG:

  1. Die Datteln halbieren und entkernen. Anschließend dicht nebeneinander auf ein mit Backpapier belegtes Brett legen. Ein weiteres Stück Backpapier darüberlegen und die Datteln mit einem Nudelholz leicht flachrollen, sodass eine gleichmäßige, zusammenhängende Fläche entsteht.
  2. Das Erdnussmus gleichmäßig auf den Datteln verstreichen. Danach die Himbeeren darauf verteilen und leicht andrücken. Die Erdnüsse grob hacken und über die Himbeer-Schicht streuen.
  3. Die Schokolade im Wasserbad schmelzen und über die gesamte Masse geben. Wer mag, kann zum Schluss noch etwas Salz darüberstreuen – das hebt die Süße und den fruchtigen Geschmack besonders schön hervor.
  4. Den Date Bark für etwa 15 Minuten ins Gefrierfach geben, bis die Schokolade fest geworden ist. Danach einfach in Stücke brechen oder schneiden und genießen.

MEIN TIPP:

Die Himbeeren geben dem Date Bark eine frische, leicht säuerliche Note, die perfekt mit der dunklen Schokolade harmoniert. Direkt aus dem Kühlschrank schmeckt er besonders gut – crunchy, schokoladig und super erfrischend zugleich.

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