17. Juli 2026 | ,

FIT UND FRISCH MIT CLARA KOPPENBURG

Cool bleiben – meine Profi TIpps für Sport und Alltag bei Sommerhitze

Sommer, Sonne und lange Tage – eigentlich die perfekte Zeit, um draußen aktiv zu sein. Doch wenn das Thermometer Richtung 30 Grad oder mehr klettert, verändert sich auch für mich als Radprofi einiges. Die Hitze verlangt dem Körper viel ab. Deshalb geht es an solchen Tagen nicht darum, Bestzeiten zu fahren, sondern clever zu trainieren und den Körper bestmöglich zu unterstützen.

Mein erster Trick beginnt schon beim Frühstück. Statt eines warmen Porridges gibt es bei mir im Sommer meist ein „Frozen Oatmeal“ aus Haferflocken, gefrorener Banane, eiskalter Milch, Eiswürfeln und Proteinpulver. Das liefert Energie, kühlt angenehm und liegt nicht schwer im Magen.

Intensive Einheiten versuche ich möglichst auf schattigen Strecken zu fahren. Meine Intervalle finden deshalb oft auf bewaldeten Anstiegen statt. Außerdem sollte jeder wissen: Bei hohen Temperaturen liegt die Herzfrequenz häufig rund zehn Schläge pro Minute höher als gewohnt. Deshalb darf das Tempo an heißen Tagen ruhig etwas niedriger sein.

Beim Trinken habe ich über die Jahre einen kleinen Profi-Trick entwickelt. Ich fahre mit zwei Trinkflaschen. Die erste enthält nur Wasser und wird unterwegs an jedem Brunnen oder jeder Quelle wieder mit kaltem Wasser aufgefüllt. In der zweiten befindet sich ein hoch konzentrierter Kohlenhydrat-Mix für mehrere Stunden Training. Je nach Bedarf mische ich daraus immer wieder einen frischen, kühlen Energydrink. So bleibt das Getränk angenehm kühl und deutlich besser verträglich.

Außerdem schwöre ich auf isolierte Trinkflaschen. Sie halten das Wasser länger kühl und machen an heißen Tagen einen spürbaren Unterschied.

Die meisten Kohlenhydrate nehme ich im Sommer inzwischen über diese kalten Carb-Drinks auf. Das bekommt meinem Magen bei Hitze deutlich besser als ständig Riegel zu essen. Meist habe ich nur ein oder zwei Gels als Reserve dabei – und erspare mir gleichzeitig geschmolzene, klebrige Riegel in der Trikottasche.

Zum Abkühlen nutze ich jede Gelegenheit. Kaltes Wasser über Kopf, Nacken und Arme, die Füße kurz in einen Brunnen halten oder sogar das Trikot kurz eintauchen – die Verdunstung sorgt anschließend für eine erstaunlich lange Kühlung.

Meine Lieblings-Wasserstellen im Kleinen Wiesental:

  • Scheideck: Brunnen gleich nach der ersten Spitzkehre, etwas in den Wald rein
  • Endenburg: Wassertretstelle
  • Lipple: eiskalter Brunnen ganz oben
  • Gersbach: Brunnen an der Abzweigung Richtung Riedichen
  • Schweighof: kalter Wasserhahn an der Kirche

Und falls doch einmal die Flaschen leer sind: Ein Hieber Markt oder Hieber Lädele ist meist nicht weit – perfekt für ein kaltes Getränk oder auch mal ein Eis.

Nach langen Einheiten habe ich bei Hitze oft wenig Appetit. Trotzdem müssen die Energiespeicher wieder gefüllt werden. Dann greife ich gerne zu kalten Gerichten wie Nudelsalat, Wassermelone oder einem leckeren “Cottage Cheese Banana Split Ice”.

Auch das schnelle Abkühlen nach dem Training gehört für mich dazu. Im Profisport steigen viele Fahrer direkt ins Eisbad oder ziehen Kühlwesten an. Ich versuche meine Körpertemperatur ebenfalls möglichst schnell zu senken – mit einer kalten Dusche, einem Sprung ins Schwimmbad oder einfach kaltem Wasser.

Für erholsamen Schlaf setze ich auf eine kühlbare Matratzenauflage, die die Temperatur während der Nacht reguliert – für mich ein echter Gamechanger im Sommer. Vor dem Schlafengehen dusche ich außerdem noch einmal kühl.

Ein kleiner Alltags-Tipp zum Schluss: Wasser schmeckt im Sommer gleich viel frischer mit Minze, Zitronenmelisse oder ein paar Zitronenscheiben im Glas. Oft ist genau das der kleine Anreiz, über den Tag verteilt ausreichend zu trinken.

Mein Fazit: Hitze lässt sich nicht vermeiden – aber mit den richtigen Gewohnheiten kann man erstaunlich gut damit umgehen. Wer clever trainiert, ausreichend trinkt, sich regelmäßig abkühlt und auf eine gute Regeneration achtet, kann den Sommer in vollen Zügen genießen.

Rezept-Tipp: Banana-Stracciatella Cottage Ice Cream 

Zutaten (1 Portion)

  • 200 g körniger Frischkäse
  • 1 gefrorene Banane
  • 30–50 ml Milch oder pflanzliche Milch
  • 2–3 Eiswürfel
  • 1 TL Vanilleextrakt oder Vanillepaste
  • ½ TL Zimt
  • 1 Prise Salz
  • 10–15 g Zartbitterschokolade

Zubereitung

Körnigen Frischkäse, die gefrorene Banane, Milch, Eiswürfel, Vanille, Zimt und eine Prise Salz im Mixer zu einer glatten, cremigen Eiscreme pürieren. Die Eiswürfel sorgen dabei für die besonders luftige, eiskalte Konsistenz. Zum Schluss die Zartbitterschokolade nur 2–3 Sekunden mitmixen, sodass kleine Schokoladenstückchen entstehen – der perfekte Stracciatella-Effekt.

Für eine optimale Eiskonsistenz etwa 20–30 Minuten ins Gefrierfach stellen und dann geniessen.

Nährwerte 

  • 520 kcal
  • 42 g Kohlenhydrate
  • 35 g Protein
  • 15 g Fett

Mein Tipp: Das ist für mich die perfekte Erfrischung an heißen Sommertagen. Die gefrorene Banane und die Eiswürfel machen die Eiscreme unglaublich cremig – ganz ohne Sahne oder zugesetzten Zucker. Der körnige Frischkäse liefert hochwertiges Eiweiß und die kleinen Stückchen Zartbitterschokolade sorgen für den typischen Stracciatella-Crunch. Fast wie Eis aus der Gelateria – nur deutlich nährstoffreicher.