29. Oktober 2026 | Aktuelles, Fit & Frisch
FIT UND FRISCH MIT CLARA KOPPENBURG
November – Zeit, es sich schön zu machen
Warum wir die ruhigere Jahreszeit nutzen können, um alten Ballast loszuwerden, Neues auszuprobieren und die kleinen Dinge wieder mehr zu genießen.
Der November hat es nicht leicht. Die Tage werden kürzer, das Wetter ungemütlicher und Weihnachten scheint noch ein Stück entfernt. Dabei muss dieser Monat keine graue Wartezeit sein. Im Gegenteil: Er bietet die perfekte Gelegenheit, einen Gang zurückzuschalten, neue Energie zu sammeln und sich den Alltag ein bisschen schöner zu machen.Als Profisportlerin ist mein Leben während der Saison von Training, Wettkämpfen und Reisen geprägt. Vieles ist durchgeplant, der nächste Termin wartet oft schon. Umso mehr freue ich mich, wenn nach einer intensiven Saison wieder Freiraum entsteht – für spontane Ideen, Zeit mit Familie und Freunden und Dinge, die sonst zu kurz kommen.
Das zeigt sich auch im Training. Die ersten zwei Novemberwochen lasse ich das Rad komplett stehen, um Körper und Kopf eine Pause zu gönnen. Spaziergänge und Krafttraining gehören trotzdem dazu. Ab Mitte des Monats steige ich wieder aufs Rad, aber ohne Trainingsplan: Mal schließe ich mich dem RSV Haltingen an, mal fahre ich Rennrad oder Gravelbike, einfach worauf ich Lust habe. Dazu kommen dreimal pro Woche intensives Krafttraining, tägliches Dehnen und etwas Stabilisation sowie ausgiebige Saunagänge. Der Unterschied zur Wettkampfvorbereitung? Statt bei schlechtem Wetter die Zähne zusammenzubeißen und notfalls auf der Indoor-Rolle zu trainieren, darf ich jetzt auch einmal umplanen oder eine Einheit auslassen. Ich bewege mich, weil ich Lust darauf habe – nicht, weil es der Trainingsplan vorgibt. Diese Freiheit genieße ich besonders.Über das Jahr sammelt sich in Schränken, im Keller oder in der Garage so einiges an. An einem verregneten Novembersonntag nehme ich mir gerne die Zeit, ein wenig auszumisten.
Am liebsten mache ich daraus eine gemeinsame Aktion mit einer Freundin oder einem Familienmitglied. Musik an, zwischendurch eine Pause mit Mittagessen oder Kaffee und Kuchen – so macht es gleich viel mehr Spaß. Und wenn am Ende alles ordentlich ist und die aussortierten Dinge weg sind, fühlt es sich einfach gut an. Es ist, als würde nicht nur zu Hause, sondern auch im Kopf wieder mehr Platz und Ruhe entstehen.Dafür muss man aber nicht gleich ein großes Projekt starten. Manchmal reicht es, sich warm anzuziehen und eine Runde durch den herbstlichen Wald zu drehen.

Das Laub raschelt unter den Schuhen, die Luft ist frisch und der Kopf wird frei. Selbst die ungeliebte Gartenarbeit kann angenehmer werden, wenn man sich einen guten Podcast auf die Ohren legt. Hinterher freut man sich gleich doppelt: über das Erledigte und darüber, draußen gewesen zu sein.Wenn es abends früh dunkel wird, ist die ideale Zeit für Dinge, die im Alltag oft untergehen. Ein großes Puzzle auf dem Esstisch, die Stricknadeln wieder hervorholen, Yoga ausprobieren oder ein paar Minuten meditieren – manchmal braucht es gar nicht viel, um zur Ruhe zu kommen. Ich finde auch, dass man im November wunderbar wieder mehr Zeit in der Küche.
Verbringen kann. Statt schnell etwas auf den Tisch zu bringen, einfach ein neues Rezept ausprobieren, saisonales Gemüse verarbeiten und sich auf ein deftiges, selbst gekochtes Essen freuen.Besonders schön wird diese Jahreszeit, wenn wir sie mit anderen teilen. Vielleicht die Großeltern besuchen und ihnen etwas Leckeres kochen, anstatt nur kurz anzurufen. Oder einen Adventskalender selbst zusammenstellen – mit kleinen Überraschungen, persönlichen Nachrichten und Dingen, die dem anderen wirklich Freude machen. Es müssen keine großen Geschenke sein. Oft sind es gerade die liebevollen Kleinigkeiten, die lange in Erinnerung bleiben.Eine Tradition, auf die ich mich jedes Jahr ganz besonders freue, ist das gemeinsame Christstollenbacken im November.
Wenn der Duft von frisch gebackenem Stollen durch die Küche zieht, Mehl auf der Arbeitsfläche liegt und zwischendurch natürlich auch mal genascht wird, kehrt für mich die ganz besondere Vorfreude auf Weihnachten ein. Vielleicht liegt gerade darin das Schöne am November: Er gibt uns die Gelegenheit, ein wenig durchzuatmen und den Blick wieder auf die Dinge zu richten, die uns wirklich Freude bereiten. Für mich sind es oft die kleinen Momente, die diese Jahreszeit so besonders machen – ein gemütlicher Nachmittag zu Hause, ein Spaziergang durch das raschelnde Herbstlaub oder gemeinsame Stunden in der Küche.
Ich möchte mir davon in diesem November ganz bewusst mehr Zeit nehmen und die Vorfreude auf Weihnachten genießen, ohne dass die Wochen bis dahin einfach nur vorbeiziehen.


Rezept-Tipp:
Bunt gestampft, knusprig getoppt – saisonaler Gemüsestampf
Zutaten (4 Portion)
- 800 g Gemüse nach Wahl (Blumenkohl, Kürbis, Karotte, Sellerie, Rote Beete, Erbse)
- 300 g mehligkochende Kartoffeln
- 30 g Butter
- 2–3 EL Frischkäse
- 50–100 ml Milch
- Salz, Pfeffer, Muskat
Zubereitung
Gemüse und Kartoffeln klein schneiden und in Salzwasser 15–20 Minuten weich kochen.
Wasser abgießen, Butter und Frischkäse dazugeben. Mit etwas Milch cremig stampfen und würzen Mit einem passenden Topping servieren.
Meine Lieblingstoppings:
-Braune Butter mit Salbei zu Kürbis, Pastinake, Blumenkohl
-Geröstete Haselnüsse/ Mandelblättchen passt zu allen Vairanten
-Butter-Semmelbrösel zu Blumenkohl, Sellerie
-Feta & Walnuss zu Rote Bete, Karotte, Kürbis
-Geriebener Cheddar/Mozzarella zu Blumenkohl, Sellerie, Kürbis, Pastinake





