3. November 2026 |

GLÜHWEIN: REGIONALER GENUSS MIT TRADITION

Im Gespräch mit Frederik Krämer / Weinfachberater

Glühwein gehört seit vielen Jahren zu den Klassikern der kalten Jahreszeit. Das älteste bekannte Glühweinrezept Deutschlands wurde 1834 von August Raugraf von Wackerbarth in Sachsen aufgezeichnet. Für etwa einen Liter Wein sah er unter anderem rund 60 Gramm Zimt, halb so viel Ingwer, dazu Anis, Granatapfel, Kardamom und Muskatnuss sowie eine Prise Safran vor. Gesüßt wurde mit Zucker oder Honig. Mit dem Glühwein, wie wir ihn heute kennen, hat diese außergewöhnlich würzige Rezeptur kaum noch etwas gemeinsam.

Glühwein gibt es bei HIEBER in vielen Varianten und Verpackungen. Als Weinfachmann kommen für mich allerdings vor allem zwei Zubereitungen infrage: Winzerglühwein aus der Region oder selbst gemachter Glühwein aus badischem Wein. Ob rot oder weiß spielt dabei keine Rolle. Wichtig ist mir vor allem die Regionalität. Aber auch die Zutaten verdienen einen genaueren Blick.

Winzerglühwein wird aus Wein hergestellt, der nicht mit Wasser gestreckt werden darf. Auch die übrigen Zutaten und ihre Qualität machen einen Unterschied. Winzer setzen häufig auf eine ausgewogene Würzung und eine dezente Süße. Industriell hergestellte Produkte schmecken dagegen mitunter sehr süß, sodass das Weinaroma kaum zur Geltung kommt. Auch bei den Süßungsmitteln gibt es Unterschiede: Winzer verwenden eher Zucker oder Traubenmost, während bei manchen industriell hergestellten Produkten Glukose-Fruktose-Sirup zum Einsatz kommt.

Glühwein selbst zu machen ist kein Hexenwerk. Als Grundlage empfehle ich einen guten, trockenen Spätburgunder. Für die typischen Aromen sorgen Gewürznelken, Zimtstangen und Sternanis. Man kann sie direkt in den Topf geben – ich würde sie allerdings in einem Baumwollsäckchen oder Teefilter mitziehen lassen. So bleiben die Gewürze im Topf und landen nicht im Glas.

Die Süße lässt sich individuell mit Zucker oder Kandis dosieren. Wichtig ist dabei, den Glühwein langsam zu erhitzen und keinesfalls kochen zu lassen. Bei höheren Temperaturen verflüchtigen sich sowohl die feinen Fruchtaromen als auch der Alkohol.

Natürlich gibt es alkoholfreie Alternativen! Wer darauf Wert legt, dem empfehle ich den Glühpunsch von Jung. Das ist ein tolles Produkt aus dem Schwarzwald, das sich im Sommer wunderbar als Grundlage für eine alkoholfreie Bowle mit frischen Früchten eignet.

Lassen Sie es sich gutgehen!

Ihr

Frederik Krämer

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